Simon Callaghan played with breathtaking nuance in the extremely complex, intricate “Le jardin parfumé” by Kaikhosru Sorabji

Simon Callaghan played with breathtaking nuance in the extremely complex, intricate “Le jardin parfumé” by Kaikhosru Sorabji

Deutschlandfunk Kultur, Elisabeth Richter

Discoveries at the Festival in Husum

“The Briton Simon Callaghan was waiting, and played with breathtaking nuance in the extremely complex, intricate “Le jardin parfumé” by Kaikhosru Sorabji’.  In addition, Callaghan presented the unknown — even to some piano rarity specialists – romantics, John Francis Barnett and Jean Louis Nicodé.”

“Nicodé is actually a German composer who was born in Poznan and lived in Dresden, and whose musical lineage can be traced directly back to Schumann and Brahms. Again, however, we never hear works by this composer.”

Loose translation from the original German

Entdeckungen beim Festival in Husum

Die Anklänge an Debussy hört man sofort, aber genauso schnell weiß man: Das ist kein Debussy. Dupont, 1878 geboren, 1914 an Tuberkulose gestorben, fand seine eigene Sprache. Der Schüler Jules Massenets blieb der romantischen Tradition verbunden und seinen Prägungen durch Organisten wie Louis Vierne und Charles Widor. Für den Pianisten Severin von Eckardstein, der einen der eindrücklichsten und hochklassigsten Abende beim Festival Raritäten der Klaviermusik in Husum gab, ist die Musik Gabriel Duponts eine seiner größten Entdeckungen der letzten Jahre.

“Das ist ein Komponist, der sehr früh starb, wo man auch spürt, dass er sein ganzes Leid in den letzten Jahren in dieses Stück hineingelegt hat. ‘La maison dans les dunes’ ist eine sehr interessante Komposition. Es sind ja zehn Stücke, die alle auf wenigen Themen aufbauen, die immer wieder hervorleuchten in den verschiedenen Stücken, und trotzdem haben sie ganz eigene Stimmungen. Also das ist ein Zyklus, der für mich sehr reif ist und schlüssig und abgerundet.”

Die französischen Werke – neben Gabriel Dupont erklangen etwa zwei geistreiche Charakterstücke von Emmanuel Chabrier – kontrastierte Severin von Eckardstein mit russischen Kompositionen, drei Stücken aus dem Zyklus “Cloches” (Glocken) von Felix Blumenfeld, dem Lehrer von Vladimir Horowitz, sowie der Sonate b-Moll von Mili Balakirew. Von dem durch seine virtuos hämmernde orientalische Fantasie “Islamey” bekannten Komponisten lernt man hier in seiner Sonate eine ganz andere Facette kennen. Balakirew bindet volksmusikartige Elemente subtil in originelle Klänge und Formen ein.

Musik: Balakirew, Sonate b-Moll, Finale (1905)

Severin von Eckardstein faszinierte mit einem wunderbar ausgereiften Sinn für feinste Klangabstufungen. Und: Er befand sich während der achttägigen Raritäten-Woche im Schloss vor Husum in bester Gesellschaft. Der Brite Simon Callaghan wartete etwa mit atemberaubenden Piano-Abstufungen bei dem extrem komplexen, verschachtelten “Le Jardin parfumé” von Kaikhosru Sorabji auf. Außerdem stellte Callaghan die selbst manchem Klavier-Raritäten-Spezialisten unbekannten Romantiker John Francis Barnett und Jean Louis Nicodé vor.

Musik: Jean Louis Nicodé, “Frisch und kräftig, sehr markiert” aus “Sechs Fantasiestücke” Op. 6 (1876)

“Nicodé ist eigentlich deutscher Komponist, in Posen geboren, in Dresden gelebt, und es ist ein Nachfahre von Schumann, Brahms, das ist diese Schule. Das ist auch so ein Name, den man vielleicht mal liest, aber dessen Werke man nie hört.”